Was ist Ikebana?

Ikebana (生け花) ist die japanische Kunst des Blumenarrangierens. Übersetzt bedeutet es „lebende Blumen“. Die meditative Form des Ikebana wird Kadō (華道 „Weg der Blumen“) genannt. Sowohl Schüler als auch Lehrer des Kadō werden Kadōka (華道家) genannt.

Im Ikebana werden Blumen und Zweige in Schalen oder Vasen arrangiert. Ikebana ist jedoch nicht nur das Einstellen von Blumen, es bedeutet mehr:

- betrachten lernen
- zur Ruhe kommen
- sich an der Schönheit der Natur freuen
- sich Zeit nehmen ein lebendes Kunstwerk zu schaffen
- immer wieder Neues zu gestalten
- sich weiter entwickeln
- internationale Freundschaft durch Blumen zu pflegen


Die Japanische Blumenkunst - Ikebana

Ein Ikebana-Arrangement ist ein der Natur nachempfundenes Kunstwerk. Mit den feinen Linien sich schaukelnder Gräser, einem knorrigen Föhrenzweig oder einer aufblühenden Lilie können wir die Vielfalt darstellen, der wir täglich in der Natur begegnen. Es braucht nicht viel, keinen ganzen Baum, um die Zartheit der Kirschblüten zu zeigen – ein Zweig genügt. Wird diesem Zweig, den Blättern und Blüten genügend Raum gegeben, können sie ihre ganze Schönheit und Eigenart entfalten. Sie alle sollen in einem Ikebana-Arrangement zu einem harmonischen Kunstwerk arrangiert werden.

Die Harmonie ist die Seele eines Arrangements, das Ruhe ausstrahlt und zum Betrachten anregt. Das natürliche Werden kommt ebenso zum Ausdruck wie das Vergehen. Ikebana ist ein Weg. Ewig bleibendes ist der japanischen Blumenkunst fremd, denn die Natur und das Leben sind ständigem Wandel unterworfen.

Die Ikebana-Kunst entwickelt sich immer weiter. Moderne, zum Teil sehr abstrakte Arrangement haben ihren Platz genauso wie traditionelle Formen, die seit über tausend Jahren den Betrachter zum Staunen bringen. Die verschiedenen Ikebana-Schulen pflegen unterschiedliche Stilrichtungen, jedoch sind die Grundlagen der Ikebana-Kunst überall dieselben. 

Für weitere Informationen über Ikebana in der gesamten Schweiz klicke hier: www.ikebana.ch 

 

Literatur 

* Fujiwara, Yuchiku: Rikka – Klassische Form japanischer Blumenkunst. Ulmer, Stuttgart 1985, ISBN 3-8001-6120-6 

* Graefe, Ayako: Ikebana: Geist und Schönheit japanischer Blumenkunst. BoD GmbH, Norderstedt, 2010. ISBN 978-3839140345 

* Herrigel, Gusty L.: Zen in der Kunst des Blumen-Weges. O. W. Barth Verlag, Bern u.a. 2000, ISBN 3-502-67014-5

* Ohchi, Hiroshi: Ikebana - Die Kunst des Blumenarrangements in Japan. St. Gallen, 1961  

* Sakagawa, Kikuto: IkebanaZen in der Kunst des Blumenweges. Umschau, 2006. ISBN 978-3865282606

 

Zeichnung eines Shōka aus Kirschzweigen in einem Bambusrohr, vom Iemoto Ikenobō Senjō. Darstellung aus dem Sōka Hyakki (挿花百規) von 1820. 

Tatehana Blumenarrangement als Teil des Mitsu-gusoku in einer Nische vor einem Rollbild

Ukiyo-e Holzdruck von Chōbunsai Eishi einer verheirateten Dame beim Ikebana (18. Jh,. Edo Periode)